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Umgang mit Findelkindern

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Findelkinder werden niemals sofort vom Finder gefüttert! Das Tier bekommt zunächst nur Ruhe und Wärme und ggf. nach Rücksprache mit der Auffangstation etwas Flüssigkeit.

Ektoparasiten wie z.B. Flöhe, Zecken und vor allem Fliegeneier sollen sofort abgesammelt werden, aber nur wenn das Tier keinen Stress dabei hat.

Erwachsene Fundtiere nur mit Handschuhen anfassen, am besten jedoch nach der Aufnahme erstmal ganz in Ruhe lassen, da sie sehr leicht in Panik geraten, sich dabei verletzen könnten oder vor lauter Stress sterben.

 

Umgang speziell mit Eichhörnchen-Babies:

Die Babies werden in eine kleine Tierbox gesetzt, die vorher mit Tüchern bestückt wird, damit sich die Tiere verstecken können und es warm haben. Unterkühlte Tiere bekommen zusätzlich eine lauwarme Wärmflasche (Achtung: aufpassen, dass das Tier nicht in den Bezug klettert und auf dem heißen Kunststoff liegt- endet meist mit dem Tod).

Nasse Tiere werden vorsichtig getrocknet.

Babies können aber auch direkt am Körper getragen werden, am besten unter dem Pullover o.ä., damit das Tier seine Körpertemperatur nicht verliert und es einen Herzschlag zur Beruhigung spürt.

 

Bei einem kompletten Wurf können sich die Babies gut gegenseitig wärmen. Dennoch immer auf die Temperatur achten. Kälter als handwarm wird schnell gefährlich, besonders bei ganz kleinen Hörnchen, die die Augen noch geschlossen haben oder sogar noch nackt sind. Dann bitte sofort eine Auffangstation anrufen, die die Tiere / das Tier umgehend übernehmen kann. Dort geht es wie folgt weiter:

Eichhörnchen-Babies werden regelmäßig gewogen, da sich die Füttermenge pro Fütterung zum großen Teil nach dem Gewicht des Hörnchens richtet.

Für die Fütterspritzen gibt es spezielle Silikon-Aufsetzer. Als Muttermilchersatz wird eine spezielle Katzen-oder Hundewelpen-Aufzuchtmilch benutzt. Niemals Kuhmilch füttern!

Nach der Fütterung bekommt das Jungtier eine Urinstimulation sowie eine Bauchmassage, um die Verdauung anzuregen. Farbe, Geruch und Konsistenz von Urin und Kot geben leicht Auskunft über den Zustand des Tieres bzw. über vermeintliche Krankheiten.

Die Babies müssen rund um die Uhr gefüttert und betreut werden. Bei der Fütterung mit der Milchspritze herrscht absolute Ruhe. Die Babies sind nicht stressresistent und fühlen sich oft derart gestört, dass sie nicht trinken wollen. Außerdem haben Jungtiere ein schlechtes Immunsystem und sind sehr empfänglich für alle Arten von Bakterien, Viren und Keimen. Daher ist beim Umgang mit den Kleinen besonders auf Hygiene zu achten. Kranke Menschen (egal ob z.B. Durchfall oder Erkältung) sollen sich von den Jungtieren fernhalten.

Sobald die Tiere sich selber versorgen können, werden sie aus einem Innengehege in das Auswilderungsgehege gebracht (Alter ca. 8 Wochen).

Dort werden sie wieder vom Menschen entwöhnt, gewöhnen sich an die Temperaturen, die Geräusche und den Tag- und Nachtrhythmus. Im Alter von 12 Wochen werden sie mittels der „sanften Auswilderungs-Methode“ in die Natur zurückgeführt.

 

Grundsätzlich gilt:

Bitte beobachten Sie aus sicherer Entfernung zunächst die Umgebung des Fundortes und geben Sie der Mutter die Chance, das Baby wieder zurückzuholen, solange es warm und unverletzt ist.

In akuten Gefahrensituationen (Tier ist verletzt / kalt; Katzen, Hunde oder Vögel attackieren das Fundtier; es ist bereits dunkel und / oder kalt und regnerisch; das Tier läuft Ihnen hinterher) nehmen Sie das Tier bitte sofort auf und halten Sie zudem Ausschau nach weiteren hilflosen Tieren.

Rufen Sie spätestens dann eine Auffangstation in Ihrer Nähe an, um das Tier in kompetente Hände zu geben. Zögern Sie niemals bei dieser Erste-Hilfe-Kette, manchmal entscheiden Minuten über Leben und Tod des Tieres.

Die oberste Priorität hat immer die Rückführung zum Muttertier. Erst wenn das nicht möglich ist, gehen die Findelkinder zum Aufpäppeln in menschliche Obhut.

Und denken Sie daran: Eichhörnchen –vor allem Babies- sind weder Vorzeigeobjekte noch Kuschel- oder Streicheltiere und gehören nicht in Kinderhände!!!