Die ersten Eichhörnchen-Findelkinder des Jahres sind oft das Ergebnis der Baumfällarbeiten im Frühjahr.

Derzeit dürfen wieder Bäume von öffentlicher und privater Hand mit Genehmigung gefällt werden. Leider achtet dabei oft niemand auf versteckte Vogelnester und Eichhörnchenkobel. Um diese Jahreszeit haben die Eichhörnchen aber bereits die ersten Jungtiere, die im warmen Kobel auf die Rückkehr des Muttertieres warten. Besonders die ganz jungen, noch blinden Babies haben durch das manchmal rücksichtslose Verhalten der Menschen dann kaum eine Überlebenschance.

Bitte halten Sie daher gründlich Ausschau nach Nestern im Baum bzw. nach den Fällarbeiten auch am Boden. Sollten Sie auf einen Kobel mit Jungtieren oder auf Einzeltiere stoßen, geben Sie dem Muttertier die Chance, die Kleinen in Ruhe wegzutragen. Verletzte oder ausgekühlte Tiere nimmt die Mutter allerdings nicht zurück, rufen Sie uns in diesem Fall sofort unter der Notrufnummer an (0173 - 954 9042). Auch wenn die Mutter nicht zurück kommt bitten wir um schnelle Info, damit wir die Jungtiere dann übernehmen können. Ein rasches Handeln ist in jedem Fall überlebenswichtig!

Eichhörnchen stehen übrigens unter Artenschutz! Mit einer Tötung oder "schnellen Entsorgung auf dem Kompost" machen Sie sich strafbar!

Eichhörnchen, eigentlich Waldbewohner, die sich ihren Lebensraum in unseren Gärten ausgesucht haben, arrangieren sich auch mit weniger komfortablen Lebensumständen. Sie sind wahre Anpassungskünstler und meistern viele widrige Bedingungen, jedoch kann sich die Biologie nie so schnell anpassen, wie der Mensch zerstört. Aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass wir unsere Eichhörnchen vor allem im Winter, gerne aber auch gabzjährig mit Futter unterstützen sollten.

NOTRUFNUMMER:   0173 954 9042

 

Findelkinder werden niemals sofort vom Finder gefüttert! Das Tier bekommt zunächst nur Ruhe und Wärme und ggf. nach Rücksprache mit der Auffangstation etwas Flüssigkeit.

Ektoparasiten wie z.B. Flöhe, Zecken und vor allem Fliegeneier sollen sofort abgesammelt werden, aber nur wenn das Tier keinen Stress dabei hat.

Erwachsene Fundtiere nur mit Handschuhen anfassen, am besten jedoch nach der Aufnahme erstmal ganz in Ruhe lassen, da sie sehr leicht in Panik geraten, sich dabei verletzen könnten oder vor lauter Stress sterben.

 

Umgang speziell mit Eichhörnchen-Babies:

Die Babies werden in eine kleine Tierbox gesetzt, die vorher mit Tüchern bestückt wird, damit sich die Tiere verstecken können und es warm haben. Unterkühlte Tiere bekommen zusätzlich eine lauwarme Wärmflasche (Achtung: aufpassen, dass das Tier nicht in den Bezug klettert und auf dem heißen Kunststoff liegt- endet meist mit dem Tod).

Nasse Tiere werden vorsichtig getrocknet.

Babies können aber auch direkt am Körper getragen werden, am besten unter dem Pullover o.ä., damit das Tier seine Körpertemperatur nicht verliert und es einen Herzschlag zur Beruhigung spürt.

 

Sichern Sie Ihre Regentonnen und sonstige offene Gewässer. Stellen Sie z.B. einen Stock hinein, an dem das Tier wieder hinaus klettern kann. Eichhörnchen können zwar einigermaßen gut schwimmen, halten aber nicht lange durch und rutschen vom glatten Rand einer Regentonne immer wieder ab und ertrinken jämmerlich.

Verzichten Sie auf den Einsatz von Rattengift, Schneckenkorn und anderen „chemischen Keulen“ im Garten.

Verzichten Sie auf Katzenfangnetze und Schutznetze für Beeren und Bäume – für ein verheddertes Hörnchen gibt es aus dieser Falle kein Entrinnen.

Lassen Sie bei der jährlichen Nuß- und Obsternte den Wildtieren auch etwas übrig Füttern Sie die Eichhörnchen ruhig zu – am besten mit einem speziellen Eichhörnchen-Futterhaus aus unserer Station.

Stellen Sie immer eine Schale Wasser für die kleinen Pelzträger bereit.

Grauhörnchen kommen ursprünglich aus Amerika und wurden in Europa eingeschleppt.

Gibt man diese in die freie Wildbahn, spricht man von Faunenverfälschung.

In Deutschland gibt es bisher keine freilebenden Grauhörnchen (Stand 11/2016), aber bereits in Italien und der Schweiz, in England und Schottland. In GB wurde durch die Grauhörnchen bereits der nahezu komplette Bestand an Europäischen Hörnchen vernichtet, mittlerweile gibt es dort Wiederansiedelungs-Projekte und die Grauhörnchen dürfen sogar „gekeult“ werden, sobald sie einen gewissen, ihnen zugestandenen Lebensraum überschreiten.

Als natürliche Grenze gegen die einst befürchtete Grauhörnchen-Invasion bei uns dienen einerseits die Nordsee (England) und andererseits die Alpen (Italien).

Deutschland hat als Gegenmaßnahme mittlerweile auch ein Zucht- und Importverbot für Grauhörnchen erlassen. Vermutlich existieren noch "alte" Bestände an Grauhörnchen bei deutschen Züchtern, die aber -wie alle Zuchthörnchen- nicht ausgewildert werden dürfen.