Grauhörnchen kommen ursprünglich aus Amerika und wurden in Europa eingeschleppt.

Gibt man diese in die freie Wildbahn, spricht man von Faunenverfälschung.

In Deutschland gibt es bisher keine freilebenden Grauhörnchen (Stand 11/2016), aber bereits in Italien und der Schweiz, in England und Schottland. In GB wurde durch die Grauhörnchen bereits der nahezu komplette Bestand an Europäischen Hörnchen vernichtet, mittlerweile gibt es dort Wiederansiedelungs-Projekte und die Grauhörnchen dürfen sogar „gekeult“ werden, sobald sie einen gewissen, ihnen zugestandenen Lebensraum überschreiten.

Als natürliche Grenze gegen die einst befürchtete Grauhörnchen-Invasion bei uns dienen einerseits die Nordsee (England) und andererseits die Alpen (Italien).

Deutschland hat als Gegenmaßnahme mittlerweile auch ein Zucht- und Importverbot für Grauhörnchen erlassen. Vermutlich existieren noch "alte" Bestände an Grauhörnchen bei deutschen Züchtern, die aber -wie alle Zuchthörnchen- nicht ausgewildert werden dürfen.

 

Folgende Gefahren gehen vom Grauhörnchen aus:

-          sie tragen den Virus der Eichhörnchenpocken, an denen sie selber nicht erkranken, an denen die Europäischen Hörnchen aber sterben (Parapoxvirus)

-          sie bekommen mehr Nachwuchs

-          sie sind robuster

-          sie haben weniger Fressfeinde

-          sie sind nicht so anspruchsvoll hinsichtlich der Nahrungswahl

-          sie nagen die Rinden der Bäume ab und zerstören somit den ursprünglichen Lebensraum der Eichhörnchen

 

Die angeblich in Deutschland gesichteten Grauhörnchen sind wohl Europäische Eichhörnchen im typisch silbergrauen, plüschigen Winterfell. Grauhörnchen haben aber z.B. keine Pinsel und sind im allgemeinen deutlich größer!

 

 

Wissenswertes zum Europäischen Eichhörnche

 

Alterserwartung max. 8 -10 Jahre, durchschnittl. nur 2 - 6 Jahre

Nicht mal 40 % aller Jungtiere erreichen das 1. Lebensjahr

Natürliche Feinde: Baummarder (nachtaktiv!), Wildkatzen, Greifvögel, Hunde, Katzen

Hauptfeind: der Mensch

über 70 % aller Findelkinder sind durch den Menschen erst in Gefahr geraten

Gründe: Baumfällarbeiten, Straßenverkehr, Gartengifte, ungesicherte Regentonnen etc.

Ursprünglicher Lebensraum: Wald

Voraussetzung: alter Baumbestand, Mischwald

Leider immer weniger natürlicher Lebensraum

Tiere folgen Menschen als Kulturfolger in die Dörfer und Städte (Parks, Friedhöfe)

Man sieht daher heute wieder mehr Hörnchen als früher, der Bestand ist aber rückläufig

Konkrete Zahlen gibt es nicht, da Eichhörnchen keine jagbaren Tiere sind und daher nicht im sogenannten Tierkataster geführt werden.

 

Eichhörnchen sind Einzelgänger und Reviertiere (können auch mit Urin markieren)

Je weniger Nahrung, desto größer das Revier (bis zu 5 Hektar)

Je mehr Nahrung, desto kleiner das Revier, dann werden auch Artgenossen geduldet

Haben 1 Hauptkobel (Nest) und mehrere Nebenkobel

Ist ein Kobel entdeckt oder voller Parasiten, zieht das Tier um

Männchen und Weibchen treffen sich nur zur Paarung, Aufzucht ist Muttersache

2 bis 3 x im Jahr werden 2 – 5 Junge zur Welt gebracht (Frühjahr / Spätsommer)

nackt, blind, taub, ca. 8 Gramm leicht

  1. Woche: untere Schneidezähne brechen durch
  2. Woche: Augen und Ohren öffnen sich, voll behaart
  3. Woche: Obere SZ brechen durch
  4. Woche: Tiere sind selbständig
  5. Woche: Mutter lässt sie jetzt allein

Geschlechtsreife nach 8 – 18 Monaten

Herbst = aktivste Zeit. Vorräte für den Winter werden gesammelt

Kein Winterschlaf, nur Winterruhe, alle 2 – 3 Tage aufstehen zum Fressen + Trinken

Eichhörnchen sind gleichwarme Tiere, die Körpertemperatur bleibt bei konstant 37°C, der Stoffwechsel ist verlangsamt, der Herzschlag leicht reduziert, die Atmung normal.

Nahrung: Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Walnüsse, Knospen, Samen, frische Triebe, Beeren, Tannenzapfen (nur die Samen daraus), Mais, Äpfel, verschiedene Arten Obst und Gemüse, auch mal ein Vogelei, aber KEINE Jungvögel!!

Bestandteile eines Kobels:

Stabiles Gerüst aus Ästen und Zweigen, rund, bis zu 30 cm im Durchmesser

Inneneinrichtung: alles, was weich und warm ist: Federn, Gras, Laub, Moos, Schafswolle...

Funktion des Schwanzes:

Kommunikationsmittel

Steuerruder

Balancierstange

Decke

Sonnenschirm

Fallschirm

Temperaturregler

Zahnstatus: 22 Zähne ( 12 oben, 10 unten)

Wie bei allen Nagetieren sind die Schneidezähne lang verwurzelt und wachsen ständig nach

Nutzen sich durch Reiben und Nagen ab, bleiben so immer scharf

Die unteren Schneidezähne können einige Milimeter auseinander gespreizt werden, hilft beim Nussknacken

Zahnformel:    1 -  0 – 2 – 3

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1 – 0 – 1 – 3

Fellfarbe variiert von hellrot über rotbraun bis schwarz

Bauch ist immer weiß

Männchen und Weibchen lassen sich nur anhand der Geschlechtsteile unterscheiden

Winterfell ist plüschig und grau, besonders an den  Flanken

Auch die Fußsohlen sind dann behaart

Zum Winterfell gehören auch die markanten Ohrpinsel

Albinos kommen nur sehr selten vor

Eichhörnchen sind besonders geschützte Wildtiere nach Bundesartenschutzgesetz

Dürfen nicht gejagt, gefangen, getötet oder privat gehalten werden

Kobel dürfen nicht entfernt und nicht geleert / geräubert / gewildert werden (Anzeige!)

Besonderheiten:

5 Zehen an jedem Fuß, aber nur 4 Finger + einen rudimentären Daumen

Sohlengänger

Können mittels variablem Sprunggelenk die hinteren Pfoten komplett nach hinten drehen und damit kopfüber nach unten klettern

Können eingegrabene Nüsse noch unter einer Schneedecke von 30 cm riechen

Würden sie sich nur von Samen aus Zapfen ernähren, müssten sie ca. 200 Zapfen pro Tag verspeisen

Sie können sogar einige Giftpilze vertragen

Ein ausgewachsenes Hörnchen wiegt zwischen 250 und 420 Gramm

Größe: Körper 15-20 cm, Schwanz 15 – 20 cm

Hörnchen sind sehr saubere und hygienische Tiere, haben dennoch manchmal Parasiten wie Zecken oder Flöhe

Übertragen jedoch keine Krankheiten wie Borreliose oder Tollwut

Nahrungsaufnahme in den erntereichen Monaten: ca. 80 Gramm pro Tag

Nahrungsaufnahme im Winter: ca. 35 Gramm pro Tag / nur alle 2 – 3 Tage

Verstecken im Herbst ca. 115 Gramm Vorräte täglich

Maximale Sprungweite von oben schräg nach unten ca. 5 m

Da sie nicht alle Vorräte wiederfinden tragen sie zum Aufforsten von Wald und Flur bei, man kann sie daher auch als gute Gärtner oder Förster bezeichnen (mancher fragt sich, welche Aufgaben die Hörnchen in der Natur bzw. welchen Zweck sie für die Natur haben, außer einfach nur „süß“ auszusehen...)