Hierauf gibt es keine pauschale Antwort, jeder Fall muss separat beurteilt und entschieden werden. Auf jeden Fall sind Eichhörnchen-Babies immer bei der Mutter am besten aufgehoben. Der Mensch soll nur im Notfall eingreifen. Durchschnittlich müssen wir jährlich 140 - 150 solcher absolut hilfsbedürftigen "Notfellchen" in unserer Schutzstation aufnehmen.

Grundsätzlich gilt:

Ein verletztes, kaltes oder apathisches / schlappes Tier sollte sofort aufgenommen werden. Eichhörnchen-Mütter nehmen ihre Jungen nur dann zurück, wenn sie warm und unverletzt sind.

Läuft Ihnen ein Jungtier hinterher oder versucht gar, an Ihnen hochzuklettern, nehmen Sie dieses bitte umgehend in Obhut. Dieses zutrauliche Verhalten zeugt von absoluter Hilfsbedürftigkeit. Oftmals sind solche Tiere schon sehr lange ohne mütterliche Versorgung.

Finden Sie ein Tier spätabends oder nachts, nehmen Sie es bitte auf. Eichhörnchen sind ausschließlich tagaktiv und die Mutter wird ihr Nest erst wieder am frühen Morgen verlassen.

Suchen Sie in jedem Fall die nähere Umgebung nach weiteren Jungtieren ab!

 

Machen die Tiere einen relativ fitten und scheuen Eindruck, stellen Sie bitte sicher, daß Ihnen keine akute Gefahr durch Menschen, Katzen, Hunde oder Vögel droht und beobachten Sie die Situation aus geeigneter Entfernung. Vielleicht ist die Mutter ganz in der Nähe und sucht die abgestürzten oder "ausgebüxten" Tiere bereits, um sie zurück in den alten oder in einen neuen Kobel (Nest) zu bringen.

Ist ein kompletter Kobel abgestürzt, wird auf jeden Fall bald ein hektisch suchendes Muttertier auftauchen, um die Kleinen wieder aufzunehmen. Beobachten Sie auch dieses gut, sichern Sie die Tiere, indem Sie sie in den Kobel zurücklegen und der Mutter wieder anbieten. Sorgen Sie für Ruhe ringsherum. Warten Sie, bis alle Babies abgeholt wurden.

Sobald Sie ein oder mehrere Eichhörnchen aufgenommen haben, rufen Sie uns bitte umgehend unter der Notfallnummer 0173 954 9042 an. Wir geben Ihnen wichtige Hinweise zur Wärmezufuhr und Erstversorgung. Handeln Sie diesbezüglich nicht eigenmächtig! Geben Sie die Babies nicht in Kinderhände, sie sind kein süßes Spielzeug und absolut nicht streßresistent.

Wir versuchen immer, die Babies zum Muttertier zurückzuführen. Manchmal ist dies nach vorübergehender Versorgung durch uns sogar noch am nächsten Tag möglich. Der menschliche Geruch stört die Mutter nicht so sehr wie das bei anderen Wildtieren wie z.B. Rehen der Fall ist.

Sollte eine Rückführung nicht möglich sein, nehmen wir die Tiere in unserer Schutzstation auf (Überwachung durch Veterinäramt und Landschafts- und Naturschutzbehörde), päppeln sie auf und wildern sie im Alter von ca. 12 Wochen wieder in die Freiheit aus.

Versuchen Sie nicht, Eichhörnchen selber aufzuziehen sondern geben Sie sie umgehend in kompetente Hände, damit sie alle Chancen auf ein Leben in Freiheit bekommen.

WANN IMMER SIE ZWEIFEL ODER FRAGEN HABEN: RUFEN SIE UNS UNBEDINGT AN!

 

Grauhörnchen

Grauhörnchen kommen ursprünglich aus Amerika und wurden in Europa eingeschleppt.

Gibt man diese in die freie Wildbahn, spricht man von Faunenverfälschung.

In Deutschland gibt es bisher keine freilebenden Grauhörnchen (Stand 11/2016), aber bereits in Italien und der Schweiz, in England und Schottland. In GB wurde durch die Grauhörnchen bereits der nahezu komplette Bestand an Europäischen Hörnchen vernichtet, mittlerweile gibt es dort Wiederansiedelungs-Projekte und die Grauhörnchen dürfen sogar „gekeult“ werden, sobald sie einen gewissen, ihnen zugestandenen Lebensraum überschreiten.

Als natürliche Grenze gegen die einst befürchtete Grauhörnchen-Invasion bei uns dienen einerseits die Nordsee (England) und andererseits die Alpen (Italien).

Deutschland hat als Gegenmaßnahme mittlerweile auch ein Zucht- und Importverbot für Grauhörnchen erlassen. Vermutlich existieren noch "alte" Bestände an Grauhörnchen bei deutschen Züchtern, die aber -wie alle Zuchthörnchen- nicht ausgewildert werden dürfen.

 

Folgende Gefahren gehen vom Grauhörnchen aus:

-          sie tragen den Virus der Eichhörnchenpocken, an denen sie selber nicht erkranken, an denen die Europäischen Hörnchen aber sterben (Parapoxvirus)

-          sie bekommen mehr Nachwuchs

-          sie sind robuster

-          sie haben weniger Fressfeinde

-          sie sind nicht so anspruchsvoll hinsichtlich der Nahrungswahl

-          sie nagen die Rinden der Bäume ab und zerstören somit den ursprünglichen Lebensraum der Eichhörnchen

 

Die angeblich in Deutschland gesichteten Grauhörnchen sind wohl Europäische Eichhörnchen im typisch silbergrauen, plüschigen Winterfell. Grauhörnchen haben aber z.B. keine Pinsel und sind im allgemeinen deutlich größer!